Unterwegs in Venezuela

Ein Reisebericht

Christine Meir unterwegs mit der Familie in Venezuela

Haben Sie schon einmal daran gedacht mit Ihren jüngeren Kindern eine Reise in ein exotisches Land zu unternehmen?

Mein Mann ist auch eher der Zurückhaltende, die "Reisetante" in unserer Familie bin ich. Und mich zieht es nun einfach immer wieder in ferne Länder. Es ist doch auch toll, wenn man sagen kann, dass man sein Hobby zum Beruf gemacht hat! Somit fing ich an eine Fernreise zu planen, die für uns alle perfekt sein sollte. Was galt es zu beachten: Reisezeit, Urlaubsziel, Impfungen, Zeitverschiebung mit Kindern, Flug(-dauer) & Umsteigeverbindungen, Landprogramm und ausreichend Zeit für jeden einzelnen.

Die Reisezeit ergab sich sehr schnell aufgrund der Ferientermine der Kinder. Wir wählten die Pfingstferien - somit war die Dauer mit 2 Wochen vorgegeben. Südamerika musste es sein, da dies einfach "unser" Kontinent ist! Die Wahl fiel auf Venezuela! Ich hatte mir zwei Reiseverläufe überlegt: den einen in den Westen des Landes durch die Llanos und in die Anden und der andere beinhaltete das Orinoco Delta und den höchsten Wasserfall der Welt, den Salto Angel. Als Abschluss war bei beiden Touren noch Zeit am Strand geplant. Die Kinder und mein Mann entschieden sich für die 2. Variante. Die Regenzeit begann gerade im Mai. Aber Regenzeit heißt nicht, dass es den ganzen Tag nur regnet, ganz im Gegenteil wir hatten die perfekte Mischung aus Sonne und Wolken.

Noch während der Planungen checkte ich alle Reisepässe. Seit 26.06.2012 sind Kindereinträge im Reisepass der Eltern ungültig. Alle Kinder (ab Geburt) müssen bei Reisen ins Ausland über ein eigenes Reisedokument verfügen. Anschließend waren die Impfausweise dran: auch hier gibt es medizinische Empfehlungen die jeder selbst mit seinem Arzt besprechen sollte.

Die Vorfreude war bei uns allen groß und so kam endlich der Abflugstag. Der Nonstop-Flug mit Lufthansa von Frankfurt nach Caracas war schnell vorbei, die Kinder vertrieben sich die Zeit mit Filmen und PC Spielen am eigenen Bildschirm; unglaublich wie schnell die heutige Generation mit all den Tasten und Spielen vertraut ist, auch unser Jüngster, der gerade mit Lesen begann hatte kein Problem damit. Hier kommt wohl der Ausdruck "da verging die Zeit wie im Fluge" her. Natürlich waren wir alle nach dem Flug müde. Und nach der Landung erwartete uns die schwüle heiße Luft. Man hat das Gefühl in einem Dampfbad angekommen zu sein. Unser Reiseleiter erwartete uns am Flughafen und wir fuhren ins nahe gelegene Hotel. Dort erholten wir uns im Hotelpool. Ich habe das Gefühl die Kinder stecken die Zeitverschiebung (6,5 Stunden) einfacher weg wie wir Erwachsenen. Am nächsten Morgen waren die zwar Kinder sehr früh wach aber sie gingen einfach noch vor dem Frühstück zum Schwimmen. Diesen Tag genossen wir zum Akklimatisieren und bummelten am Strand. Jetzt konnte das Abenteuer beginnen.

Wir flogen in den Osten des Landes nach Maturin. Die kommenden zwei Tage verbrachten wir auf der Ranch "San Andres". Auf dem Gelände gab es wohl an die 200 Schildkröten, man musste aufpassen nicht auf eine zu treten, eine Traktorfahrt raus in die Pampa zu den Rindern machte viel Spaß, ein Gaucho begleitete uns auf dem Pferd. Wir hatten dann selbst auch noch Gelegenheit für einen schönen Austritt. Der eine oder andere Regenschauer begleitete uns, aber da es so warm war trocknete die Kleidung wieder schnell. Tags drauf fuhren wir in den nördlichsten Teil des Orinoco Deltas nach San José de Buja und machten von dort eine Bootsfahrt Richtung Delta. Was für ein Glück: wir sahen u.a. einen Tonina, einen Süßwasserdelphin, Kapuzineräffchen, Tucane und blau gelbe Aras. Sie denken vielleicht im Dschungel gibt es viele Schlangen, das dachten wir auch! Aber wir wurden eines besseren belehrt: unser Guide und die "Bootsmänner" suchten und suchten bis sie endlich eine Boa schlafend um einen Ast geknotet entdeckten. Sie war so gut versteckt, dass es für uns "Laien" wirklich schwierig war sie zu sehen! Dies blieb auf der ganzen Reise auch die einzigste Schlange! Der Fluß wurde immer enger und es trieben viele Wasserpflanzen darauf. Anschließend versuchten wir noch unser Glück beim Piranha-Angeln. Der Tag endete im Rancho San Andres mit einem Stromausfall genau nach dem Abendessen; es war stockdunkel. Was für ein tolles Gefühl mit all den unbekannten Tierstimmen. Unsere Kinder schliefen mit dem Kopf auf dem Tisch und auf der Bank ein!

Der nächste Höhepunkt der Reise war der Besuch des Nationalparks Canaima mit dem höchsten frei fallenden Wasserfall der Welt, dem Salto Angel. Wir fuhren ca. 250km bis nach Ciudad Bolivar. Die Stadt wurde 1764 als Angostura gegründet und 1846 in Ciudad Bolivar zu Ehren des Freiheitskämpfers Simón Bolivar umbenannt. Von der Dachterrasse unserer entzückenden Unterkunft, der Casa Grande de Angostura und von vielen Stellen in der hügeligen Stadt kann man über den beeindruckenden Orinoco und auf die große Hängebrücke blicken. Angostura bedeutet = "Enge"; der Orinoco ist hier "nur" 900m breit.

Der Angel Fall ist nur auf dem Luftwege erreichbar. Somit mussten wir von Ciudad Bolivar nach Canaima mit einer 6-Sitzer Maschine über tolle Dschungellandschaft und einen großen Stausee fliegen. Haben Sie schon einmal eine Wanderung hinter einem Wasserfall gemacht? Was für ein tolles Erlebnis für uns alle! Auf dem Programm standen die Wasserfälle Salto Hacho und Salto Sapo. Von der Lagune ging es mit dem Boot direkt zu den Fällen. An einer Seite der Wasserfälle tasteten wir uns mit unserem Guide vorsichtig hinter den Wasservorhang. Es war sehr laut und hin und wieder blieb einem die Luft weg durch den starken Sog. Der Weg geht komplett hinter dem Wasserfall durch. Und vor einem rauschen Massen an Wasser herunter. Ein sagenhaftes Gefühl!

Am Anfang meines Berichtes erwähnte ich die beginnende Regenzeit: man muß sagen, dass sich ein Besuch des Nationalparks Canaima und dem Angel Fall nur in der Regenzeit wirklich lohnt. In der Trockenzeit führt der Wasserfall nicht besonders viel Wasser, was ihn nicht so imposant wirken lässt.

Am folgenden Tag stand unser Überflug über den Salto Angel an. Wir mussten solange warten bis das Wetter mitspielte. Und dann ging es ganz schnell und wir saßen wieder in unserer kleinen Maschine mit demselben Piloten vom Vortag. Über die Wasserfälle der Lagune von Canaima und den Carrao Fluß flogen wir zu den Tafelbergen, den Tepuis. Ein paar Wolken sind noch da und wir flogen auch durch einige durch. Ein spannendes Gefühl, wenn man nichts sieht und ahnt, dass vor bzw. neben einem die Tafelberge sein müssen. Als wir uns über dem Tafelberg "Auyan Tepui" befinden schaut es aus als ob wir über eine große Ebene fliegen. Alles ist grün überzogen. Wunderschön! Ganz abrupt bricht die Kante ab, das Ende des Tafelberges (ca. 1.000m Höhe!) Noch eine Rechtskurve und dann ist er da der Salto Angel. 979m stürzen sich die Wassermassen nach unten. Ein unglaublich beeindruckendes Naturschauspiel.

Nach diesen erlebnisreichen Eindrücken stand Erholung an. Wir flogen nach Isla Margarita und fuhren gleich weiter mit einem Boot auf die kleine Nachbarinsel "Isla Coche". In unserem Hotel direkt am langen Sandstrand genossen wir die kommenden Tage. Mein Mann stürzte sich in sein neues Hobby und machte einen Kitekurs. Die Bedingungen sind an diesem Stand mit ablandigem Wind und flachem Wasser super. Die Kinder und ich vergnügten uns am Strand, beim Fußball, Volleyball und am schönen Pool. Viel Spaß hatten wir auch mit den in der Anlage frei herumlaufenden Leguanen. Die Tage "Nichtstun" waren wichtig für uns alle, klingelte der Wecker doch während der Rundreise oft sehr früh. Die Zeit verging viel zu schnell bis es leider hieß: Heimreise

Es war eine wunderschöne Tour, die Kinder, mein Mann und ich waren happy, hier war wieder das Prinzip "die Mischung machts" angesagt: Urlaub wo für jeden etwas dabei ist. Wir zehren noch heute von den vielen Eindrücken und ich bin in Gedanken schon wieder bei der nächsten Tour.

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